Femoroacetabuläres Impingement

Wenn ein Hüftimpingement diagnostiziert wurde, sollte es von einem Hüftspezialisten behandelt werden, der mit der Diagnose und Behandlung (inklusive Operationen) von solchen Hüftleiden vertraut ist und möglichst auch die Behandlungsmethode der Hüftspiegelung (Hüftarthroskopie) praktiziert.

Die konservative Therapie beinhaltet eine Anpassung Ihrer täglichen Aktivitäten, insbesondere zur Vermeidung von Bewegungsabläufen, welche die Symptome verursachen. Zudem können nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen verschrieben werden, um Schmerzen und die lokale Entzündung zu reduzieren. Mit Hilfe der Physiotherapie kann die Beweglichkeit der Hüfte verbessert und die Muskulatur, welche das Hüftgelenk unterstützen und überbrücken, gestärkt werden. Dies kann einen Teil der mechanischen Last auf das verletzte Labrum oder den Knorpel reduzieren. 

Bei Persistenz der Beschwerden kann eine chirurgische Behandlung notwendig werden. Der Standard bei der operativen Behandlung war in der Vergangenheit die offene Chirurgie. Heute wird dieser Eingriff zunehmend arthroskopisch durchgeführt, insbesondere bei jungen Patienten mit nur geringen Formveränderungen der Hüftpfanne. Die Operation wird mit dünnen Instrumenten unter Sicht mit einer Kamera durchgeführt und erfolgt über mehrere kleine Hautschnitte (Abbildung 1).

 

 

 

Während der Arthoskopie können Schäden am Labrum und Gelenkknorpel angegangen werden. Das geschädigte Labrum kann genäht oder nicht mehr reparierfähige Anteile teilweise reseziert werden. Zudem können auch knöcherne Veränderungen an der Pfanne oder dem Oberschenkelhals/-kopf angegangen werden. Diese Technik wird künftig weiter Fortschritte machen, und in absehbarer Zeit werden noch weitere Anwendungsmöglichkeiten für die Arthroskopie folgen.

Abbildung 1

Grosse Formveränderungen, insbesondere solche, die die Pfanne betreffen, werden auch heute noch mit der offenen Operation behandelt werden. Bei der offenen Technik können die Veränderungen entweder über einen minimal invasiven Zugang zum Hüftgelelenk (Abbildung 2) oder via Ausrenkung des Hüftgelenkes aus der Pfanne (Abbildung 5) korrigiert werden. Beide Verfahren bieten eine ausgezeichnete Sicht auf beide Gelenkteile und eine optimale Möglichkeit der Korrektur (Abbildung 3- 5). Nach Resektion der überstehenden Knochenanteilen wird am offenen Gelenk kontrolliert, ob das Gelenkspiel wirklich frei ist und das Impingement entfernt werden konnte. Die Komplikationsrate dieser Techniken ist sehr gering. Verknöcherungen in der Muskulatur und Restbeschwerden in der Leiste sind am häufigsten. Das Risiko einer Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien, einer Durchblutungsstörung des Hüftkopfes oder einer Infektionen ist sehr gering.

Abbildung 2. Einsicht auf ein Hüftgelenk über einen minimal invasiven Zugang

Abbildung 4. Nach Abtragung des knöchernen Bumps/Cams

Abbildung 3. Einzeichnen der Resektionsebene zur Abtragung des knöchernen “Bumps”/"Cams"

Abbildung 5. Nach Herausluxieren des Hüftkopfes aus der Pfanne und nach offener Abtragung des knöchernen BumpsCams

1                                                  2                                                3                                                  4

Abbildung 6. Bild 1 und 2 vor der Resektion einen knöchernen Bumps (Cam Läsion) am Oberschenkelkopf, dieBilder 3 und 4 zeigen die Situation nach der Resektion. Der Eingriff wurde über einen minimal invasiven Zugang zum Hüftgelenk durchgeführt