Hüftkopfnekrose

Was ist eine Hüftkopfnekrose?

 

Bei der Hüftkopfnekrose handelt es sich um eine erworbene schwere Knochenerkrankung im Bereich des Hüftkopfes, welche infolge einer Durchblutungsstörung zum Absterben von Hüftkopfbereichen und/oder des gesamten Hüftkopfes führt. Als Hüftkopf wird das obere Ende des Oberschenkels, welches von der Hüftpanne umschlossen ist, bezeichnet. Die Hüftpfanne und der Hüftkopf bilden zusammen das Kugelgelenk der Hüfte. Die Blutversorgung des Hüftkopfes erfolgt über eine individuell angelegte Arterie über den Schenkelhals. Ist diese Arterie nicht mehr voll funktionsfähig, kommt es zu einer Mangeldurchblutung. Der Hüftknochen wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff, Nähr- und Mineralstoffen versorgt – Knochenzellen sterben ab. Die ursächliche Aufgabe der Knochenzellen ist es einen ständigen Knochenaufbau und -abbau sicherzustellen, diese natürlichen Prozesse können aufgrund der Mangeldurchblutung nicht mehr aufrechterhalten werden. Das vom absterben betroffene Knochengewebe verliert an Festigkeit und bricht ein. Das Hüftgelenk ist deformiert und eine Arthrose entwickelt sich.

Entstehung und Stadien einer Hüftkopfnekrose

 

Bei der Hüftkopfnekrose kann zwischen einer primären und sekundären Form unterschieden werden. Bei einer primären Hüftkopfnekrose sind keine Zusammenhänge mit anderen Krankheiten ersichtlich. Von dieser Form der Hüftnekrose sind typischerweise vorwiegend Männer zwischen 35 und 45 Jahren betroffen. Die genaue Ursache ist bei vielen Patienten unbekannt. Die sekundäre Hüftkopfnekrose ist eine Begleiterscheinung von anderen Krankheiten. In beiden Fällen lässt sich die Entstehung der Hüftkopfnekrose in vier Stadien unterteilen:

  • Stadium I: Frühstadium der Erkrankung, kleine durchblutungsgestörte Knochenareale

  • Stadium II: Knochenumbauvorgänge (vermehrte Sklerosierung)

  • Stadium III: Einbruch der Gelenkfläche

  • Stadium IV: vollständige Deformierung des Hüftkopfes

 Risikofaktoren für eine Hüftkopfnekrose

  • Nikotin-  und Alkoholmissbrauch über mehrere Jahre

  • Stoffwechselbedingte Durchblutungsstörung des Hüftkopfes durch erhöhte Gallensäure, Blutzuckererkankung oder Fettstoffwechselstörung

  • Kortisonbedingte, strahlungsbedingte und zytostatikabedingte Knochenschädigung

  • Unfallverletzungen mit Schädigung der zufließenden Arterie

  • Sichelzellanämie (Blutkrankheit)

  • Tauchschäden durch Gasbläschen bei zu schnellem Auftauchen

  • Bindegewebs- und Gefäßerkrankungen

  • Nierenerkrankung

Symptome einer Hüftkopfnekrose

 

Im frühen Stadium einer Hüftkopfnekrose beschreiben Patienten ein schleichendes Ziehen in der Leiste oder plötzlich einschießende Leistenschmerzen. Im Verlauf zeigt sich eine zunehmende Einschränkung in den alltäglichen motorischen Abläufen und belastungsabhängige Schmerzen. Im Endstadium, beim Einbruch des abgestorbenen Hüftkopfes, treten massivste Hüft- oder Leistenschmerzen auf. Die Schmerzhaftigkeit kann zu einer vollkommenden Bewegungsunfähigkeit des gesamten Beines führen.

 

Diagnose einer Hüftkopfnekrose

 

Nebst einer genauen Anamnese (Patientengeschichte) und körperlichen Untersuchung wird als erstes eine strahlungsarme Röntgenaufnahme durchgeführt. Diese Bildgebung ist jedoch für die Frühdiagnose ungeeignet, da sich Knochenveränderungen auf dem Röntgenbild erst im Stadium II zeigen. Das Mittel der Wahl zur Frühdiagnose der Erkrankung ist entweder eine Szintigraphie oder besser noch ein Kernspintomographie.